Olfak­to­ri­sche*” Reise …

Der Titel klingt seltsam, aber am Freitag habe ich eine solche Reise gemacht. Ich habe es vorher nicht geahnt oder erwartet.
Kurz vor Mittag bin ich von zu Hause losge­fahren, um am Samstag in meiner Heimat alte Schul­freunde wieder­zu­sehen.

Da das Wetter schön und warm war und so zu bleiben versprach, habe ich die Reise mit dem Motorrad gemacht.

Der Hopfenschmecker - Über Biergenuss und mehr ...
Den Wind und die Duft­welt um die Nase .…

Als “Genuss­biker” habe ich mir kleine und kleinste Straßen ausge­sucht, die meinen Weg zwar verlän­gerten, aber mit Kurven und Hügeln auch zum Erlebnis machten.

Nun weht einem auf dem Motorrad nicht allein der Wind um die Nase, man ist ganz nah dran an den Elementen und den Umwelt­ein­drü­cken.
Und als es über Land immer in Rich­tung Südwesten ging, habe ich das wieder einmal ganz bewusst erlebt.

Allgäu – Milch­land – Kühe, Kuhställe, ganze Dörfer dufteten nach meiner Kind­heit – ich bin als Kind oft bei Freunden meiner Eltern auf dem Hof gewesen. Klar – der strenge Geruch von “Odl” – Gülle, Jauche oder wie man das immer nennt, mischte sich auch da hinein. Der gehört aber auch dazu.

Dann an Feldern vorbei, frisch gemähten oder Wiesen, wo das Heu darauf wartete, einge­sam­melt zu werden, mit dem Duft nach Gras und Kräu­tern.

Schon ‘mal an einem Erdbeer­feld vorbei­ge­kommen? Ich hab’s gero­chen, bevor ich es gesehen habe.

Später, am Bodensee entlang, mischte sich der Duft des Wassers dazu (ja, Seen, Flüsse und das Meer haben eigene Düfte!).

Und nicht uner­wähnt möchte ich lassen, dass mir in manchem Dorf die Vorbei­fahrt an der örtli­chen Gast­wirt­schaft das Wassser im Mund zusam­men­laufen ließ …

Alles in allem war die Fahrt zwar lang und hat auch ange­strengt, aber die Eindrücke, die ich einmal wieder erleben durfte, haben das alles in den Hinter­grund treten lassen und ich werde mich lang und gerne daran erin­nern. Dazu kam ja auch die Vorfreude auf den Abend mit den Freunden bei Bier und “Suuri Läberli” (Kalbs­leber sauer). Ich kann auch jedem Sinnes- und Genuss­men­schen nur raten, das auch ‘mal zu erleben und mit offenen Sinnen und aufmerk­samer Nase durch die Welt zu gehen.

*Olfak­to­ri­sche Wahr­neh­mung

Die olfak­to­ri­sche Wahr­neh­mung, auch Riech­wahr­neh­mung, Geruchs­sinn oder olfak­to­ri­scher Sinn (von latei­nisch olfa­cere ‚riechen‘) genannt, ist die Wahr­neh­mung von Gerü­chen.”(Wiki­pedia)