drinktec 2017 – für die ganz Großen, aber auch für die Bier­ge­nießer

Der Hopfenschmecker ist auf der drinktec 2017

Das Titel­bild spricht für sich – aber eins ist sicher: Verdursten muss hier niemand! Am Montag war ich zum ersten Mal auf der drinktec und ging da gleich ‘mal in die Hallen B1 und C1, wo es um Bier im weitesten Sinne ging. 

Auf der „Area place2beer“ präsen­tieren sich junge und krea­tive Brauer aus aller Welt, so auch meine beiden Freunde Bryan und Max von Yankee & Kraut. Zunächst gab es daher ein Trans­fu­sion, das ich auch schon beschrieben habe.

Der Hopfenschmecker ist auf der drinktec 2017 und trinkt Craftbier von Yankee & Kraut

Brauer werden ist schon schwer, Erfolg haben aber noch viel mehr …

Mein nächstes Ziel war ein Vortrag von Vasja Golar: „Vom Homi zum Crafti“ – ein span­nendes Thema, wie ich meine. Vasja erzählte im Grunde seine eigene Geschichte. Er ist Slowene und hat seine Brauerei aber im öster­rei­chi­schen Bad Radkers­burg gebaut. Ja, er hat eine Brauerei gebaut: Brau­haus Bevog GmbH.

Der Hopfenschmecker sprach mit Vasja Golar, Brauhaus Bevog: Vom Homi zum CraftiZum Bier brauen kam er vor etwa 10–12 Jahren auf einer Reise, als er für sich selbst entdeckte, dass es außer Hellem, Dunklem und Pils noch andere Biere gab, die auch geschmack­lich viel mehr Viel­falt boten als das, was man so aus der Werbung kannte.

Er hat da ange­fangen, sich mit Bier in der Theorie und Praxis zu beschäf­tigen, brachte sich selbst das Brauen bei und braute von da an zu Hause in der Garage seine Biere. Dabei ließ er seiner Krea­ti­vität freien Lauf. Als seine Lieb­linge kris­tal­li­sierten sich Pale Ales und IPAs heraus. Es dauerte nicht wirk­lich lange, und die Leiden­schaft hatte ihn so gepackt, dass er sich entschloss, das Brauen zu seinem Beruf zu machen. Bis dahin war er im elter­li­chen Betrieb in der IT-Branche tätig.

Er hatte Glück –Inves­toren zu finden war nicht schwer. Sie zu über­zeugen bedeu­tete aber dennoch Arbeit. Drei Busi­ness­pläne hat er geschrieben – und letzt­lich haben ihm seine Eltern das Geld vorge­streckt. „Wenn es deins ist und du das und nichts anderes willst, dann tu es“ – in etwa so haben sie es ihm gesagt.

Bier brauen ist ein schöner, aber auch ein sehr anstren­gender, zeit­auf­wän­diger Beruf. 12–14 Stunden täglich (7 Tage / Woche!) verbringt Vasja in seiner Brauerei, und in seiner eh knappen Frei­zeit trifft er sich gerne mit anderen Enthu­si­asten, um über Bier und neue Krea­tionen zu spre­chen.

Nach Öster­reich ist er gegangen, um seine Brauerei zu bauen, weil das in Slowe­nien ein sehr großer büro­kra­ti­scher Aufwand ist, und inves­tiert hat er in der Zwischen­zeit etwa 1,4 Millionen Euro. Etwa die Hälfte davon steckt in der Hard­ware. Ange­fangen hat er als 20019 als Haus­brauer, dann waren es zuerst mit ihm zusammen 3 Mitar­beiter. Heute beschäf­tigt er 14 Mitar­beiter. Sein jähr­li­cher Ausstoß ist derzeit 7000 Hekto­liter, damit spielt er in der Craft­brau­er­szene schon ganz oben mit. Er expor­tiert in mehr als 15 Länder, nicht nur in Europa.

Ganz große Bedeu­tung misst er der Quali­täts­si­che­rung zu, worin er auch eine gute Summe Geldes inves­tiert hat und noch wird. „Du kannst noch so gutes Bier brauen – wenn etwas nicht passt und ein Kunde durch eine Infek­tion erkrankt, ist alles umsonst gewesen“. Recht hat er. „Gegen Haft­pflicht kann man sich zwar versi­chern, aber der Schaden am Ruf ist nie wieder gut zu machen.“

Das ist eine der wich­tigsten Aussagen, die ich aus dem Vortrag und unserem anschlie­ßenden Gespräch mitge­nommen habe und die in jedem Hobby- und Haus­brauer ans Herz legen möchte, der mit der „Profes­sio­na­li­sie­rung seines Hobbys“ lieb­äu­gelt.

Bei all seinem Erfolg ist Vasja aber das geblieben, was er von Anfang an war: ein Bier-Enthu­siast durch und durch, bei dem man die Leiden­schaft aus jedem Wort hört und spürt, wenn man mit ihm über Bier spricht. Dabei boden­ständig und “geerdet”. Mach weiter und bleib‘ so! Viel Erfolg weiterhin!

Danach schlen­derte ich durch die Halle C1, wo es tech­ni­schen Bedarf und Zutaten für große und kleine Brauer – auch Haus- und Hobby­brauer – zu sehen gibt. Ich bin – nicht ganz unab­sicht­lich – bei Sudkraft Brewing Equip­ment gelandet. Mit Georg Moser konnte ich mit „Kramah“ IPA von Vasjas Brau­haus Bevog anstoßen. Ein sehr rundes, fruch­tiges IPA (ichbin Ananas und Passi­ons­frucht begegnet beim Riechen und Schme­cken!).

Dabei haben wir uns über die „50L Voll­bier legende Hopfensau“ unter­halten. Das ist – lacht nicht – auf den ersten Blich eine Beton­misch­ma­schine aus hoch­glanz­po­liertem Kupfer oder Edel­stahl oder auch in vielen Farben lackiert.

Der Hopfenschmecker hat die 50L Vollbier legende Hopfensau gesehen
Grafik: © Sudkraft Brewing Equip­ment

Was sich darin verbirgt, ist so verblüf­fend wie genial. Mit dieser Maschine kann der Haus- oder Hobby­brauer entweder ober- oder unter­gä­riges Bier brauen. Es braucht nur diese „Trommel“ und ein wenig „Drumrum“, was alles bei Sudkraft auch im Paket zu haben ist und nicht einmal ein großes Vermögen kostet.

Wie es genau aussieht und funk­tio­niert, sieht man auf der Webseite von Sudkraft.

Nun will ich den Artikel erst ‘mal veröf­fent­li­chen. Es folgen im Lauf der Woche noch mehr, viel­leicht sogar heute noch. Bleibt dran! Prost!