BRAU­KUNST LIVE! 2020

… und das war sie wieder, die Brau­kunst Live!
(Werbung wegen Namens­nen­nungen und Links)  

Der Hopfenschmecker - Über Biergenuss und mehr ... war auf der Braukunst Live! 2020… heuer erst­mals veran­staltet vom Meininger Verlag, der sie letztes Jahr von Frank Böer über­nommen hatte. Beim Pres­se­rund­gang sprach Chris­toph Meininger in seinem Gruß­wort davon, dass die Brau­kunst Live!  und die „Schwes­ter­ver­an­stal­tung“ Finest Spirits optimal ins Port­folio des Meininger Verlags mit seinen Fach­pu­bli­ka­tionen zu Genuss und Gastro­nomie passen. Dieses Jahr gab es auf der Brau­kunst Live!  gleich ein paar Neue­rungen.

Der Hopfenschmecker - Über Biergenuss und mehr ... war auf der Braukunst Live! 2020Zum einen kam mir persön­lich die Zahl der Aussteller etwas geringer vor – es gab gefühlt mehr Platz. Zum anderen präsen­tierte Barth­Haas®, einer der beiden Premium Partner, zusammen mit dem Veran­stalter den „FestivalBrew“-Wettbewerb. Barth­Haas® hat mit Fantasia eine krea­tive Aroma-Hopfen­kom­po­si­tion aufge­legt, eine Mischung verschie­dener Hopfen­sorten, die Bieren fruch­tige Noten von Apri­kose und einen Hauch von Sahne und Kara­mell verleiht. Das Sieger­bier wurde am Ende des Pres­se­rund­gangs bekannt gegeben. Gleich mehr dazu.

Weiter führte Chris­toph Meininger aus, dass die Brau­kunst Live!  sich in der Zukunft weiter­ent­wi­ckeln wird. Sie soll pola­ri­sieren, soll von einer Endver­brau­cher­ver­an­stal­tung zu einer Platt­form für Produ­zenten, Handel, Gastro­nomie und Endver­brau­cher werden.

So fand heuer erst­mals das Bier­Forum statt, eine neue Platt­form für Bier­wissen, die sich an Bier­ma­cher und/oder Bier­ver­treiber richtet. Die Koope­ra­ti­ons­ver­an­stal­tung zwischen der BRAU­KUNST LIVE! und Bier­Be­geis­te­rung wird ab sofort jähr­lich jeweils am Freitag mit unter­schied­li­chen Schwer­punkten veran­staltet und fand am 31. Januar von 9.00 Uhr – 14.00 Uhr statt. Die zentrale Frage lautete: Wie schaffen wir es, den Wert des Bieres beim Verbrau­cher darzu­stellen? Das Thema wurde aus den Blick­win­keln von Handel und Gastro­nomie ausführ­lich beleuchtet. Top-Speaker aus der Branche und Wissen­schaft brachten Wissen rund um das Kulturgut Bier an den PoS („Point of Sale“). Ich habe aus haupt­be­ruf­li­chen Gründen leider nicht geschafft, hinzu­gehen, habe es mir aber für die kommenden Veran­stal­tungen vorge­nommen, sofern der Meininger Verlag mich auch einlädt 😆 .

Der andere Premi­um­partner Hofbräu München braut jedes Jahr – speziell für die Brau­kunst Live! – eine ganz beson­dere Bier­spe­zia­lität mit dem Namen „Hallodri“. Für 2020 haben sich die Brauer, passend zur Hopfen­vor­gabe des Festi­val­Brews durch die Brau­kunst Live! und Barth­Haas®, für „mit Fantasie gehopfter Hallodri“ entschieden: Ein unter­gä­riges, unfil­triertes Spezi­al­bier mit einem Alko­hol­ge­halt von 5,5 % Vol., das im Infu­si­ons­maisch­ver­fahren gebraut wird. Der „fanta­sie­voll gehopfte Hallodri“ zeichnet sich durch eine beson­dere Voll­mun­dig­keit aus und hat ein fruchtig-süßes Aroma mit einem Hauch von Kara­mell. Das Bier konnte am Hofbräu-Stand verkostet werden und wird – so lange Vorrat reicht – im Handel erhält­lich sein.

Barth­Haas® präsen­tierte im „Green Room“, der Festival-Brauer-Lounge, eine Hopfen­li­mo­nade und ein mit ProvOak gehopftes Brown Ale präsen­tiert. ProvOak ist Hopfen mit Holz kombi­niert – ausdrucks­starke Hopfen­sorten mit getoas­teter Weiß­eiche vermischt, mit dem Ergebnis kann man in einem Zug die Fass­rei­fung und die Kalthop­fung erle­digen. ProvOak ist nicht geeignet für Heißhop­fung. Die Aromen sind Rote Beeren, Vanille, Bourbon, Trocken­obst, Orangen, Wilde Beeren und kommen je nach Sud unter­schied­lich intensiv zur Geltung. Das Brown Ale unter­strich für mich vor allem die Noten Vanille und Bourbon.

Nun ging es zur Bekannt­gabe und Prämie­rung des Sieger­bieres vom Festi­val­Brew-Wett­be­werb. Die Mainzer Craft-Brewer von Schwarze Rose haben es mit ihrem “El Sourado“, einem DDH (“Double Dry Hopped” ) Sour IPA mit 6% Alk. geschafft. Das Bier betont mit seiner erfri­schenden leichten Säure eher die fruch­tigen Aspekte der Hopfen-Cuvée „Fantasia“ und freut deshalb mich ganz beson­ders, habe ich doch ein starkes Faible für solche Biere. An dieser Stelle noch­mals mein Glück­wunsch an die Brauer für dieses wirk­lich gelun­gene Bier.

Hier endete der Rund­gang, und ich habe mich auf eigene Erkun­dung aufge­macht. Natür­lich habe ich viele „alte Bekannte“ getroffen – Markus Hoppe von Hoppebräu, dem ich zum ersten Mal 2016 in Augs­burg begegnet bin und der mich echt stolz macht, wenn er mich einen Freund nennt und auch so begrüßt. Er ist einer der Craft-Pioniere in Deutsch­land und eine bekannte und feste Größe in der Carft­bier- und Brauer-Szene. Seine Biere brauche ich im Einzelnen nicht mehr vorstellen, ich habe viele davon in der Vergan­gen­heit beschrieben und lasse ansonsten am liebsten Markus selbst dazu zu Worte kommen.

Bei „Frisches Bier“ traf ich Mit-Genießer Florian Bo am Zapf­hahn, der mir als IPA-Fan ein „Pango“ von Brewski empfahl. Heuer haben es mir die IPAs wieder angetan … ein Frucht­bömbchen mit 5,9 % Alk.

Die Hertl Brauma­nu­faktur wartete mit „Mr. Gin Keller“ auf, ein „erfri­schend anderes“ Keller­bier mit Wacholder und Zitro­nen­gras. Hertl ist immer für eine Über­ra­schung gut, z.B. haben sie zusammen mit Hopf­meister Marc Gallo die Gurken-Gose kreiert, „flüs­sigen Gurken­salat“, eine Bier­spe­zia­lität, die pola­ri­siert.

Bei der Munich Brew Mafia tgab’s „Barba­rossa“, ein Weiß­bier mit Hopfen „Barbe Rouge“ aus Frank­reich. Ich wollte wissen, wie andere diesen Hopfen verwenden, und die Weiße von der „Famiglia“ wird dem Hopfen gerecht – erfri­schend und beerig mit hübscher roter Farbe.

Ein High­light war eine Blind­ver­kos­tung von gängigen Münchner „Hellen“, sieben an der Zahl. Zum einen muss ich gestehen, dass ich nicht gleich alle mit Namen zusam­men­brachte, zum anderen, und das mag an den zuvor verkos­teten Bier­spe­zia­li­täten gelegen haben, konnte ich fast keinen Unter­schied zwischen den sieben schme­cken. Mit einem margi­nalen Unter­schied in der Frische des Geschmacks (alle waren wärmer als ich norma­ler­weise ein Helles trinke) gewann dann eines. Keine Ahnung, welches, ich bin gespannt auf die Bekannt­gabe des Ergeb­nisses.

Ein weiteres High­light war „Hopfen-Secco“ für mich. Hilde­gard Heindl und Tochter Juliane aus Au in der Hallertau stellten ihre beson­deren Schman­kerl vor – Hopfen-Secco, ein sprit­ziges Bier-Wein-Hybrid, die Edel-Vari­ante Dolden­prickla, ein Sekt, der in der Flasche vergoren ist und Hallertauer Aroma-Hopfen und zugleich Bier enthält, den Bock­bier-Likör, aus besten Bock­bieren der Region, verfei­nert mit Zimt, Nelke und Vanille. Hide­gard Heindl ist Bier-Somme­liere, Tochter Juliane macht gerade eine Ausbil­dung zur Brauerin und Mälzerin in Pfaf­fen­hofen an der Ilm und plant später ein Studium in Weihen­ste­phan.

Bei Crew Repu­blic gab es ein Hop Junkie, ein Session IPA mit schlanken 3,4 % Alk. Ich habe es letztes Jahr kurz beschrieben, als es beim Pres­se­rund­gang 2019 präsen­tiert wurde.

Den Hallodri von Hofbräu habe ich mir noch ein zweites Mal schme­cken lassen, und ich habe bei einem Verkos­tungs­wett­be­werb teil­ge­nommen, bei dem es um die Teil­nahme als Juror am Meininger Craft Bier Award geht. Man hat ein Sieger­bier aus dem letzten Wett­be­werb blind verkostet und auf einem Bogen, wie er beim Award verwendet wird, bewertet. Dabei geht es sowohl um subjek­tives Empfinden als auch um die „harten“ Wett­be­werbs­kri­te­rien wie Rezenz, Voll­mun­dig­keit, stil­ty­pi­sche Farbe und Aromen und vieles mehr. Ich habe keine Ahnung, ob ich irgendwas richtig gemacht habe. Es kann auch hier daran liegen, dass ich zuvor doch schon einige zum Teil sehr aroma­ti­sche Biere probiert hatte. Ich bin gespannt.

Kuehnes Blondes, ein belgi­sches Wit von Kuehn­Kunz­Rosen aus Mainz mit 4,9 % Alk. Hafer- und Weizen­flo­cken verleihen dem Bier seinen seidigen Glanz, im Bier finden sich feine Oran­gen­aromen und Gewürz­noten aus Kori­ander und Para­dies­kör­nern. Von Kuehn­Kunz­Rosen habe ich in den letzten Wochen das eine oder andere sehr inter­es­sante Bier bespro­chen, und am Stand gab es eine nette und spaßige Unter­hal­tung über meine Erfah­rung mit ThaIPA. Das Kuehne Blonde hat mir sehr gut geschmeckt und wird eine Bench­mark für mein Projekt “Blanche”.

Brewheart ist bei solchen Veran­stal­tungen immer eine Station für einen Besuch und nette Unter­hal­tung mit Andreas Erfurt. Heuer habe ich B’N’B probiert, ein DDH (wieder „Double Dry Hopped“) IPA mit den Hopfen Amarillo, Citra und Mosaic. Vor allem Mosaic mache ich verant­wort­lich für fruch­tige Ananas im Aroma. Ich liebe es!

Last, but alles andere als least, ist ein Besuch bei Bryan und Max von Yankee & Kraut für mich ehren­volle Pflicht. Auch wir kennen und schätzen uns seit gefühlt ewigen Zeiten, wir sind uns erst­mals auf der Food&Life 2016 begegnet. Auch bei ihnen hat es mir ein DDH IPA angetan – Heart Waves New Style DDH IPA, mit 6,5 % nicht gerade ein Leicht­bier, aber süffig und frisch, so richtig nach meinem Geschmack. Sie haben es bei Markus Hoppe in Waakir­chen gebraut, und ein mobiler Abfüller wird es demnächst in die Dose bringen.

Als Abschluss habe ich bei Yankee &  Kraut einen Eisbock probieren dürfen: Woda Portowa ICE Bock mit stolzen 18% Alkohol. Ein echtes Schwer­ge­wicht, dabei mit ange­nehmer Süße sehr trinkbar. Kein Bier gegen den Durst, es ist etwas für nach einem feinen Essen. Ich habe dazu einen zwei Jahre gereiften öster­rei­chi­schen Berg­käse probieren dürfen: eine Hammer-Kombi­na­tion. Das wird sicher bei mir öfter auf den Tisch und ins Glas kommen.

Das war dann ‘mal wieder die Brau­kunst Live! . Ich freue mich auf das nächste Mal und bin gespannt, wie sie sich mit der neuen Führung weiter entwi­ckelt.

Über BRAU­KUNST LIVE!

Brau­kunst Live! zählt zu den größten Craft-Beer-Messen in Europa. Bei ihrem Start im Jahr 2012 war die Brau­kunst Live! in München, die Erste ihrer Art und gab damit den Start­schuss für ein völlig neues Veran­stal­tungs­format. Seitdem hat sie sich als Kata­ly­sator für eine neue Viel­falt an Bier­spe­zia­li­täten auf dem Markt fest etabliert. Zahl­reiche Braue­reien präsen­tieren jedes Jahr baye­ri­sche, natio­nale und inter­na­tio­nale Biere – natür­lich alle hand­werk­lich gebraut. Darüber hinaus erfahren Besu­cher der BRAU­KUNST LIVE! alles über Trends und Entwick­lungen beim Craft Beer.

Über den MEININGER VERLAG

Der 1903 in Neustadt an der Wein­straße gegrün­dete Meininger Verlag ist einer der ältesten deut­schen Fach­ver­lage, geführt in vierter Genera­tion. Das Medi­en­un­ter­nehmen hat sich insbe­son­dere auf die Wein- und Geträn­ke­branche spezia­li­siert. Zum Port­folio gehört unter anderem MEININ­GERS CRAFT. Das Magazin erscheint vier Mal pro Jahr und richtet sich an Brauer und Brau­künstler, Bier-Somme­liers, Händler und Gastro­nomen sowie an Endver­brau­cher, die sich für Bier, Genuss und Life­style inter­es­sieren. Neben den Fach­zeit­schriften veran­staltet der Meininger Verlag Messen, Bran­chen­ver­an­stal­tungen sowie Fach­kon­gresse. Darüber hinaus führt das Medi­en­un­ter­nehmen den viel beach­teten Wett­be­werb Inter­na­tional Craft Beer Award durch.