Brau­kunst Live! 2018 – Meine High­lights 1

Am Freitag, noch vor dem Pres­se­rund­gang, habe ich Amper­bräu besucht. Nachdem ich das Amper­rau­schen (das Helle) und den Hopfen­bazi (hopfiges Keller­pils) schon kannte, war ich neugierig auf etwas Neues. Matthias Bach­huber stellte mir “von herzen” vor, ganz neu im Port­folio. Das ist ein Wiener Märzen mit viel Poten­tial. Für ein Märzen noch ein wenig “leicht”, habe ich neben süffig malzigen Tönen frische Noten von Pfir­sich, aber auch frisches “Grün” wahr­nehmen können. Mit klar spür­barer, aber nicht “bitterer” Herbe, erin­nert es im Abgang daran, dass es ein Bier ist. Ich mag den Hopfen­bazi, und ich freue mich drauf, künftig auch dieses Bier genießen zu dürfen. Ich hoffe, das geht fest ins Port­folio über.

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Amper­bräu – von herzen

Markus Hoppe hat drei “Versuchs­sude” gemacht und seine Fans gefragt, welcher ihnen warum am besten geschmeckt hat. Aus den Ergeb­nissen hat er, wie er sagte, das finale Rezept für sein Helles kreiert und dieses nun auch auf der Brau­kunst Live! ausge­schenkt. Nachdem ich die Sude zwei und drei probiert hatte, und der letzte mein Favorit war, bin ich natür­lich ganz neugierig zu Hoppe­bräu an den Stand gegangen. Markus ist wieder ein wenig von Sud drei abge­wi­chen – so ist das eben bei einem “demo­kra­ti­schen Prozess”. Aber sein Helles, wie es jetzt ist, darf so bleiben. Sehr gut trinkbar, süffig malzig, aber nicht “süß”, mit spür­barer Hopfung, dabei natür­lich nicht bitter, aber frisch und perlig geht es über Lippen, Zunge und Gaumen und dann den Hals hinunter. Das ist ein Helles, das sowohl Tradi­tio­na­listen unter den Bier­trin­kern als auch die Craft-Gemeinde begeis­tern kann. Ich freu’ mich drauf, dieses Bier zumin­dest bei Ausflügen ins Tölzer Land öfter mal genießen zu dürfen, werde es aber auch immer bei der Land­bier­zen­trale von Liebick in Germe­ring holen.

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Hoppe­bräu Helles

Bei Yankee & Kraut hat mir Max Senner eine Eisbock-Cuvée kredenzt. Dazu brauche ich denke ich nicht viel zu sagen: Eisbock ist ein beson­deres Stark­bier, sozu­sagen die “Essenz” des Biers, durch Kälte und Gefrieren von Wasser­an­teilen im Bier hoch konzen­trierter Geschmack nach Malz, Malz und nochmal Malz. Ganz dunkel. Das trinkt man auch nicht “mal eben so”, sondern genießt es nach einem feinen Essen. Ich kann es mir auch zum Dessert vorstellen. Bryan und Max haben da das Beste von Besten zu einer Cuvée gemacht.

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Max Senner, Yankee & Kraut

Auch am Stand von Yankee & Kraut kam ich zu einem Schlück­chen “Juicy Pony”, einem “Sour IPA” von der Ugly Duck Brewing Co.. Nicht geplant, aber sehr über­ra­schend. Noch nie habe ich so deut­lich eine Mara­cuja im Bier gero­chen. Beim Trinken hat es dann dem “Sour” im Namen Ehre gemacht. Nicht jeder mag saure Biere, aber ich freunde mich mehr und mehr damit an.

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Bryan France, Yankee & Kraut

Kleines, aber für mich ganz wich­tiges High­light bei Yankee & Kraut: die beiden haben mir auf der Brau­kunst Live! 2017 ein paar wich­tige Ratschläge zu meinem Whisky-Ale gegeben. Ich hatte etwas davon dabei, und von beiden kam beim Riechen und Probieren ein begeis­tertes “Wow!” und von Max die Fest­stel­lung “Du hast da tatsäch­lich Whisky-Aromen rein­ge­bracht”. Ich bin glatt 10 Zenti­meter gewachsen, so hab ich mich gefreut. Ich weiß nun aber auch noch, dass ich an einem Stell­sch­räub­chen noch ein wenig drehen muss, wenn ich das wieder braue. Und ich möchte es in einem Whisky-Fass reifen lassen (hat jemand sowas mit 20 – 50 Liter Fassungs­ver­mögen zu fairem bezahl­barem Preis?)

Eben­falls “alte Bekannte” traf ich bei Brau­factuM. Bier­som­me­liere Marita Michel war wieder da, und ich habe bei ihr das “Sina” und auch noch mal “Darkon” probieren dürfen. Darkon habe ich schon mal beschrieben, und mein Plan für einen Braten in Sauce von Darkon steht immer noch. Sina ist ein herr­lich frisches und leicht trink­bares „Dry White IPA, das mit 6,9 % aber kein “Leicht­ge­wicht” ist. Vergoren mit Weiß­bier­hefe, wurde dank Maische und Gärver­fahren mehr Zucker verar­beitet als sonst normal, was letzt­lich für das “Dry” im Namen verant­wort­lich ist. Daneben sind fünf Hopfen mit im Spiel: Enigma, Callista, Comet, HBC 520 und HBC 522 (letz­tere sind relativ neu und haben deshalb noch keine anderen Namen”). Enigma wurde beim Würze­ko­chen zuge­setzt und sorgt für kräf­tige 50 EBU (Bitter­ein­heiten). Die anderen vier kamen beim Kalthopfen dazu und sind für Noten von tropi­schen Früchten und ganz klein wenig “Banane” zuständig. Trotz der kräf­tigen 6,9 % ist das für mich ein Bier für einen lauen Früh­lings- oder Sommer­abend.

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Brau­factuM “Sina”

Im “The Lab” habe ich bei Almut Emma Zinn aus Frei­burg im Breisgau ein Bier probiert. “Emma – Biere ohne Bart” hat mich neui­gierig gemacht. Sie hat 2012 auf einer USA-Reise Biere kennen­ge­lernt, wie sie sie damals aus Deutsch­land nicht kannte. Ihre Begeis­te­rung war geweckt, sie hat für sich selbst zu brauen begonnen, und nach einigen Erfolgen mit ihren Bieren dann 2014 mit ihrer eigenen Marke ange­fangen und 2016 komplett vom Lehre­rin­nen­beruf auf Brauerin umge­sat­telt. Auf der Brau­kunst Live! hatte sie neben anderen ihr Kuckucks Rot Sonder­edi­tion dabei. Das ist ein “Black Forest Farm­house Ale”, wie sie es nennt. Neben Pale Ale- und Wiener Malz hat sie Caraamber und Best Red X (neben Wiener eins meiner Lieb­lings­malze für Export) drin, Hopfen Chinook, Amarillo, Citra und Galaxy tun das ihre zum fruchtig-frischen Aroma, und belgi­sche Saison-Hefe bringt noch etwas kräu­te­riges sowie Gewürz­nelke und Muskat mit sich. Eine Entde­ckung!

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Emma – Biere ohne Bart: Kuckucks Rot Sonder­edi­tion

Die Werbung machte schon ein paar Male Furore – der erho­bene Mittel­finger – der “Effinger” – provo­ziert so manchen. Oliver Hill, Gründer und Geschäfts­führer der Burger­kette Effe&gold mit Haupt­quar­tier in Dachau sieht einem sehr bekannten früheren FC-Bayern-Star sehr ähnlich, der diesen “Effinger” zu seinem Symbol machte (ich dachte ganz zu Anfang tatsäch­lich, er wäre es wirk­lich!). Eben zu den Effe&gold-Restaurants und den sehr leckeren Burgern passen nun die Effinger-Biere. Das Konzept der Restau­rants ist schon “nur das Beste aus der Region”, das setzt sich auch beim Bier fort. Die Brauerei ist der Kapp­ler­bräu im Markt Alto­münster und ich kenne diese bereits durch mein Lieb­lings-Pils und als Unter­stützer bei meinen Brau-Work­shops. Ich hatte schon auf der diva 2017 in Dachau und kurz danach Effinger gekostet – sie hatten einen Foodtruck nebst Barwagen da. Nun durfte ich nochmal alle drei Biere kosten und habe mit Oliver und auch mit den Brauern Hans Wiede­mann und René Schnotz span­nende Gespräche über Bier und Genuss gehabt. Kurz nach der diva hatte ich schon das Vergnügen der Bekannt­schaft mit dem “Effinger Dark Side”. In Bayern hat man gerne auch ein Tradi­ti­ons­bier im Angebot, und Dark Side ist ein solches. Es ist voll­mundig, prickelnd und bringt eine würzige Note von Röst­aromen mit. Damit inter­pre­tiert Effinger Dark Side dunkles Bier neu. Indian Beer­vana ist die “bayri­sche Antwort auf das Indian Pale Ale”. Mit Nord­brauer – und Mittel­früh Hopfen wurde ein herber Grund­ge­schmack erreicht. Eine Portion Summit Hopfen (aus Übersee) verleiht dem Indian Beer­vana eine persön­liche Note. Nicht zuletzt möchte ich auf  “Effinger Kühles Blondes” eingehen. Für mich ein ideales Sommer­bier: frisch, hopfig, mit Nord­brauer-Hopfen und Haller­tauer Perle und – auch hier aus den USALemon­drop Hopfen. Für Einsteiger in die Craft­biere ist das ideal, schmeckt aber auch dem “Profi”. Wir sehen uns wieder!

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Effinger Bier – mit dem “Finger”

Bier rockt! Wer’s mag, weiß das eh. Michael Pöttinger, Sänger und Song­schreiber der Band BLOCK hat das wört­lich genommen und ein Bier kreiert, das zum “Salon.Punk” seiner Band passt: BLOCK IP. Mit einer Stamm­würze von 15,5%, 6,8%vol Alkohol und 45 IBU. Charak­ter­starke Hopfen­sorten Centen­nial und Simcoe und helle Malz­sorten sorgen für ein klares und typi­sches Aroma. Michael Pöttinger wollte ein Bier, das zu seiner Musik passt. Ich finde, es rockt.

Hopfenschmecker auf der Braukunst Live 2018
Bier ist Rock ’n’ Roll – BLOCK IP