Brau­Be­viale – was gibt’s zu sehen?

#werbung, hier werden Namen und Marken genannt

12. November 2019 – es ist wieder einmal Brau­Be­viale in Nürn­berg. Zeit für mich, zusammen mit meinem Brau­kol­legen und Spezl Dieter Scholz da hinzu­fahren, dieses Mal gleich am Eröff­nungstag.

Wie jedes Mal hat man so im Hinter­kopf, welche Themen einen inter­es­sieren, in meinem Fall sind es „Hopfen entde­cken“ und „Technik und Ideen für die Brauerei zu Hause“.

Der Hopfenschmecker - Über Biergenuss und mehr ... war auf der BrauBeviale 2019

Beides wurde bedient.

Einer der ersten Stände war der von Plaato  aus Oslo. Sie stellen zwei Geräte vor:

Airlock – ein „nicht-inva­sives*Mess­system für den Gärbe­hälter. Es nutzt die Rela­tion zwischen Vergä­rungs­grad und CO2 und ermit­telt daraus Infor­ma­tionen über Vergä­rungs­grad, Alko­hol­ge­halt, spezi­fi­sches Gewicht (°Plato) und Tempe­ratur. Das Gerät wird statt dem Gärspund auf den Behälter gesetzt, die Basis der Infor­ma­tion ist die Zahl der Bläs­chen pro Minute, die durch die Öffnung des Gerätes gesi­chert ist. Dank WiFi kann man von überall per Internet die Gärung über­wa­chen.

Mit einem Preis von 129 US$  (13.11.2019, Online-Shop) ist das Gerät auch nicht zu teuer. Bei mir steht es auf der Wunsch­liste für künf­tige Inves­ti­tionen.

Keg ist ein eben­falls „nicht-inva­sives*“ Gerät und infor­miert über den Inhalt von Keg-Fäss­sern anhand des Gewichtes. Über WiFi und per App bekommt man Infor­ma­tion über die aktu­elle Menge Bier, man kann den durch­schnitt­li­chen Umsatz pro Zapf­stelle ermit­teln und damit auch den Nach­schub opti­mieren. In Echt­zeit kann man sogar sehen, wenn aus einem Keg gezapft wird.

*Nicht-invasiv“: das Mess­gerät kommt nicht mit dem Bier in Berüh­rung wie z.B. eine Bier­spindel, die ja im Bier schwimmt.

Der Hopfenschmecker auf der BrauBeviale 2018
Polsi­nelli “Easy 50”

Natür­lich haben wir weitere Hard­ware ange­schaut, so die komplette 50-Liter-Sudan­lage „Easy 50“ des italie­ni­schen Herstel­lers Polsi­nelli. Polsi­nelli kommt aus dem Bereich Weinbau / Kellerei-Zubehör und bietet mitt­ler­weile eine umfang­reiche Palette an Geräten für den Haus- und Hobby­brauer an. Die Anlage besteht aus einer 50-​Liter-​Maisch­pfanne mit Rühr­werk, einer 75-​Liter-​Koch­pfanne und einem 50-​Liter-​Topf für den Nach­guss, jeweils mit einem 5,5kW Gasbrenner.

Daneben gibt es die Anlage auch in 100, 200, 300 und 500 Liter Größe in ähnli­chen Ausfüh­rungen.  Inter­es­sant sind vor allem auch verschie­denste Gärbe­hälter und Reif­e­tanks aus Edel­stahl in vielen Größen und Ausfüh­rungen, für über­schau­bares Budget. Das Preis-Leis­tungs­ver­hältnis ist für mich stimmig.

Es waren auch wieder die Hersteller der bekannten Anlagen da wie Speidel mit dem Brau­meister, der seit einigen Jahren auch per WLAN gesteuert werden kann und  über den Brau­vor­gang infor­miert. Verschie­dene Versionen von 10, 20 und 50 Litern bedienen die Hobby­isten, Anlagen von 200 bis 1000 Liter sind dann eher für profes­sio­nelle Braue­reien ausge­legt. Abge­rundet wird das Angebot mit Zubehör jegli­cher Art und Gär- und Reif­e­tanks, von denen ich selbst als größte bisher welche für  4000 Liter gesehen habe. Auch hier kann man sowohl Brau­vor­gang als auch Gärver­lauf per WLAN/WiFi über­wa­chen. Speidel und den Brau­meister braucht man glaube ich nicht im Detail vorstellen, so etabliert und bekannt das Sorti­ment ist.

Auch Klar­stein, Grain­fa­ther als einer der Pioniere auf dem Gebiet Kleinst­brau­an­lagen (erhält­lich bei allen einschlä­gigen Shops in Deutschlans, Öster­reich und der Schweiz), Hopfen und mehr GmbH mit dem Brewie und Zubehör für viele andere Anlagen sowie allem für’s Brauen zu Hause, Craft-Ing Daniel Bassing, der große Anlagen plant und projek­tiert, aber auch eine Raspberry-basierte Steue­rung für Heim­brau­an­lagen entwi­ckelt hat, Brumas mit der Brau­eule, und viele andere Anbieter rund um’s Haus- und Hobby­brauen mit Ange­boten von Zubehör über Lite­ratur bis hin zu Brau­kursen.

Persön­lich stehe ich ja kurz vor Fertig­stel­lung meines „Projektes Wasch­kü­chen­brauerei“. Meine Anlage ist soweit komplett, ich brauche noch ein paar Sachen aus dem Baumarkt, kann dann alles zusam­men­schrauben und loslegen. Meine Brau­steue­rung ist die mikro­Sikaru von André Betz, die ich (mit einiger Unter­stüt­zung) modi­fi­ziert habe (Tempe­ra­tur­sensor mit XLR-Stecker, Netz- statt Batte­rie­be­trieb).  Eine mittel­fristig geplante Anschaf­fung ist ein Gärbe­hälter aus Edel­stahl mit koni­schem Boden und Hefe- und Klar-Abfluss. Der wird dann zwischen 200 und 300 € kosten.

Keller­bräu Dieter schaute sich dagegen dann nach größeren Inves­ti­tionen um, hat er doch ein Sudhaus mit deut­lich mehr Ausschlag als der durch­schnitt­liche Hobby­brauer. Bei ASEU Handels GmbH fand er ein Objekt der Begierde, einen Gärtank in der opti­malen Größe für seine Brauerei, das zu einem vergleichs­weise güns­tigen Preis. Bei Werk II Brau­ma­nu­faktur konnten wir einen Proro­typen einer kleinen und kompakten Etiket­tier­ma­schine für kleine Braue­reien bewun­dern. Das Gerät wird per Hand beschickt und etiket­tiert dann voll­au­to­ma­tisch, und zwar immer nur dann, wenn wirk­lich eine Flasche drin liegt. Wir sind gespannt auf die weitere Entwick­lung.

Natür­lich waren auch die Anlagen “für die Großen” da, ist doch die Brau­Be­viale 2019 ist welt­weit die wich­tigste Inves­ti­ti­ons­gü­ter­messe für die Geträn­ke­indus­trie mit rund 1.090 Ausstel­lern. Das Angebot in den neun Messe­hallen umfasst die gesamte Prozess­kette der Geträn­ke­her­stel­lung: von Rohstoffen über Tech­no­lo­gien und Kompo­nenten bis hin zur Verpa­ckung sowie Zubehör und Vermark­tungs­ideen.  Zu sehen gibt es da auch für Hobby­brauer eine Menge, und die Kost­proben an Bier sind viel­fältig und zahl­reich.

Bleibt dran, es kommt noch mehr, dann zum Thema “Genuss”.